Ursprünge des Tarots

Die Geschichte des Tarot beginnt mit der Geschichte der Spielkarten in Europa

Seit der zweiten Hälfte des 14. Jahrhundert sind die Spielkarten in Europa nachgewiesen. Die erste Erwähnung findet man in einem Dokument von 1367 ausBern, in der das "Gebetsbuch des Teufels" verboten wurde.  Kartenverboten in anderen Städten zeigten die schnelle Verbreitung der Karten in Europa .
Über Gestaltung und Anzahl dieser ersten Kartendecks wissen wir nicht viel; aber einen Hinweis erhält man aus einem Text von 1377 aus Freiburg im Breisgau, der neben anderen Versionen als grundlegendes Spiel ein 4 Farbenblatt mit je 13 Karten nennt, wo König, Ober und Unter („Marschälle“)  als Hofkarten genannt werden , aber  Damen oder Königinnen sind auch schon bekannt.

Es wird vermutet, dass die Spielkarten aus der islamischen Welt im 14. Jahrhundert  nach Europa kamen, als vier -Farben-Spiel und den Karten der kleinen Arkana sehr ähnlich.

Die Karten wurden mit „Trionfi“ bezeichnet
(in Variationen - triumphi, ludus triumphorum etc.). Das älteste „Trionfi-Spiel“ entstand im Zeitraum 1418 - 1425, vermutlich 1424/1425 und war erstaunlich teuer. Es kostete 1500 Dukaten (dieser Preis wurde 1447 erwähnt).
Trionfi-Spiele werden 1450 in Mailand, Ferrara und Florenz erwähnt und im Jahre 1452 in Siena.
Ein Spiel wurde uns überliefert, das " Pierpont-Morgan-Bergamo-Tarocchi "auch "Visconti-Sforza-Tarocchi" genannt. Es wird dem Jahr 1452 zugeordnet. Lange war man der Meinung, dass seit dieser Zeit das Tarotspiel in der uns bekannten Form geschaffen war.
Nähere Analysen ergaben jedoch, dass das Spiel von 2 verschiedenen Künstlern produziert wurde, 6 der 20 Trumpfkarten stammen von anderer, späterer Hand.
Man hat dieses erst mit „verloren gegangen“ und „ersetzt“erklärt - jetzt gilt die These, dass es anfangs ein Spiel mit 5 Farben und je 14-Karten gab, welches später erweitert wurde.
Die Darstellungen auf den 22 Bildern sind Darstellungen der sozialen Typen des Mittelalters vom Papst über den Kaiser bis zum  Einsiedler, und gängige Methaphern wie das "Rad des Schicksals" samt religiöser Themen wie "das letzte Gericht" dargestellt.

Tarot (Tarock, Tarocchi) als Spiel erfuhr  im 18. Jahrhundert eine rege Verbreitung, im 19. Jahrhundert ließ das Interesse wieder nach. Aber dafür wurde es als Wahrsagemedium seit dem  Ende des 18. Jahrh. benutzt bis zur heutigen Zeit. Die  esoterische Tradition der Tarot-Karten beginnt  1781 mit Antoine Court de Gébelin, ein Schweizer Geistlicher und Freimaurer. 
Gébelin wies als erster auf die Symbole des Marseiller Tarots hin, die er als Zeichen der Mysterien der ägyptischen Gottheiten Isis und Thot deutete. Beweise dafür fand man nicht in der Ägyptologie , trotzdem ist diese Theorie noch heute  verbreitet, wie man auch auf vielen Hompagen sehen kann.
In der zweiten Hälfte des 19. Jhd. entdeckten okkultistisch-esoterische Gesellschaften Westeuropas den Tarot.

Besonders der Hermetic Order of the Golden Dawn (Hermetischer Orden der goldenen Morgenröte; im Folgenden Golden Dawn) hat  zur Verbreitung des Tarots als Deutungssystem beigetragen. 
Eliphas Lévi schuf mit seinem 1854 veröffentlichten Werk Dogme et Rituel de la Haute Magie (dt.: Transcendentale Magie)die Grundlage dafür.
Im Golden Dawn wurde viel Wert auf den Tarot als Werkzeug der Selbsterkenntnis gelegt.
Eine rein divinatorische Nutzung des Tarots lehnten Orden ab. Auf Levi geht auch  die Zusammenführung des Tarots mit Elementen der Kabbala und den vier Elementen der Alchemie zurück. Gébelins Idee des ägyptischen Ursprungs des Tarots wird sowohl von Levi selbst als auch vom Golden Dawn beibehalten.
Innerhalb des Golden Dawns war ein Tarotdeck von Oswald Wirth (1889) sehr einflussreich; dieses Deck enthält nur die großen Arkana und  beruht auf dem Marseille-Tarot, erweitert  um kabbalistische und esoterische Symbole.
Sowohl die Tarotschöpfer Arthur Edward Waite als auch Aleister Crowley waren Mitglieder
des Golden Dawn, wo der Aspekt -Tarot als Initiationsweg - intensiv betont wird, welchen
man im Rider-Waite-Tarot  und auchim Crowley-Tarot nachvollziehen kann.

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