Heldenreise 

    
Die Reise des Helden

 

Wohl jeder Mensch trägt in sich den Wunsch, etwas aus seinem Leben zu machen, möchte seine Lebensbedingungen verändern und sich selbst weiterentwickeln; und  gleichzeitig schätzt man die Bequemlichkeit des Vertrauten in der unzufriedenen Situation, unterlässt möglichst die Veränderung, statt anzupacken.
Diese Sehnsucht nach Veränderung ist der Stoff der Träume, aus dem die Mythen, die Märchen, die Romane und Filme geschneidert werden.
Die Aufgabe des Helden, wie sie sich in der Heldenreise der Mythen darstellt, besteht darin, für sich selbst und die Gesellschaft ein verlorenes Gut wiederzubeschaffen.
Dieser verlorene Schatz kann vielfältige Gestalt annehmen. Als Gral  im Parzival , als goldene Äpfel,  im Idun-Mythos, als Mühle Sampo in der Kalevala, als Zauberring  im Herr der Ringe, oder als Malteser Falke im selben…

Dabei handelt es sich jedoch nur um ein Bild; Das Ziel der Suche besteht eigentlich in der Wiederherstellung eines umfassenderen, transzendenten Bewusstseins.
Die Reise des Helden durch die Unterwelt oder im Bauch eines Wals, wie sie in den Mythen vollzogen wird, ist letztlich eine Reise in die eigenen Innenwelten:
Der Held wird aus seinem tiefsten Unbewussten heraus wiedergeboren, und mit ihm die Gesellschaft, aus der er hervorgegangen ist.

Unsere Kultur, von der technischen Entwicklung geprägt, kennt nur noch sinnentleerte Bräuche und ist an Ritualen verarmt.
Bei der Entwicklung der Persönlichkeit, bei der Bewältigung der Übergänge, bei der Suche nach dem Sinn des Lebens, nach dem Göttlichen wird der Mensch ziemlich alleingelassen. Verschiedene mystischen Gesellschaften des 18., 19. und 20.Jhd. versuchten, (
Rosenkreuzer, Freimaurer, OTO seien hier stellvertretend genannt)  mit eigenen Ritualen ihren Mitgliedern bei dieser Persönlichkeitsentwicklung Halt und Leitung zu geben und nutzten dabei auch den Tarot.

Die großen Arkana des Tarot kann man gut von als Initiationsgeschichte lesen,als Reise des Helden, es versetzt den Deuter in die Lage, befriedigende Antwort aus den Karten zu ziehen, auch ohne zuvor ein umfangreiches Studium von Mythen, religiösen Anschauungen und esoterischen Lehren vorgenommen zu haben und ist ein gutes Hilfsmittel, um Bedeutung und Reihenfolge der Karten der großen Arkana zu behalten.

Die Reise des Helden“ (von Wikipedia )

eine Variante hier kurzgefasst aufgeführt:

Die Reise tritt der Narr an, der wie ein kleines Kind offen für alle und alles ist, aber sich auch um Gefahren noch keine Gedanken macht.
Magier und Hohepriesterin verkörpern das handelnde, nach außen gerichtete und das kontemplative, nach innen gerichtete Prinzip; die beiden Ur-Richtungen menschlichen Lebens.

Mutter und Vater werden verkörpert von Herrscherin und Herrscher, wobei die Herrscherin das Prinzip der uneingeschränkten Fülle und des Lebens vertritt, und der Herrscher das ordnende und schützende Prinzip.

Der Papst oder Hierophant verkörpert das tradierte Wissen oder Buchwissen, auch, aber nicht nur, in spirituellen Dingen.

Diese Karten stellen die Kindheit des Helden dar.

Das Ende der Kindheit bedeutet auch den Wunsch nach Partnerschaft und Liebe (die Liebenden) und der Wunsch, die Heimat zu verlassen und neues zu erfahren (der Wagen).

Die Erfahrungen, die dabei gemacht werden, bringen ein Empfinden für Gerechtigkeit und deren Notwendigkeit hervor, oder, folgt man Waites Reihenfolge, die Kraft für weitere Taten.

Der Einsiedler steht dem Reisenden mit Rat zur Verfügung, und ist gleichzeitig Hinweis auf die Möglichkeit, Erkenntnis nicht (nur) durch Handeln, sondern (auch) durch Kontemplation zu gewinnen.

Der Nutzen dieser Möglichkeit erschließt sich dem Reisenden, wenn er durch die Drehung des Schicksalsrads die Möglichkeit zum aktiven Handeln verliert und/oder ihm ein bestimmtes Ziel gesetzt wird.

Durch diese Wendung des Schicksals erhält der Reisende die Kraft, oder, nach Waite, die Einsicht in die Notwendigkeit der Gerechtigkeit, um als der kopfüber Gehängte die Reise in die Dunkelheit einer Unterwelt (und/oder sein eigenes Inneres) anzutreten.

Der Tod steht für den Übergang von der äußeren Welt in die Innen- oder Unterwelt.

Erste Erkenntnis ist dann die Notwendigkeit der Mäßigung, des Ausgleichs und Austauschs zwischen widerstrebenden Kräften.

Der Teufel steht für Illusionen, die den Reisenden zunächst blenden und gefangenhalten; oft die scheinbare Erfüllung einer Sehnsucht.

Diese Illusionen werden durch den Fall des Turmes zerstört,

und in der Karte des Sterns findet der Reisende das Ziel seiner Suche und/oder seine innere Ruhe und sein inneres Gleichgewicht.

Allerdings muss er jetzt die Rückreise in die äußere Welt antreten. Diese Reise unter dem Zeichen des Mondes ist allerdings eine gefahrenvolle, man denke an Orpheus, der seine wiedergefundene Frau auf der Rückreise endgültig verlor.

Erreicht der Reisende die Oberwelt und damit das Sonnenlicht wohlbehalten wieder, ist die gefährliche Reise durch die Unterwelt beendet, das endgültige Ziel jedoch noch nicht erreicht.

Zunächst stellt die Karte des Gerichts noch ein letztes Hindernis dar, so wie beispielsweise Odysseus noch die Werber um Penelope loswerden musste.

Erst die Karte der Welt stellt das endgültige Ziel der Reise dar, die letztendlich die Reise zur eigenen Vervollkommnung ist; die Entwicklung zu einem Menschen, der sich sowohl seiner äußeren als auch seiner inneren Kräfte bewusst wird, und diese auch einsetzen kann.


 

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